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Immobilien als Investment: Die 3 Hebel, die dein Depot nicht hat

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Kurz gesagt

Eine vermietete Immobilie hat drei Hebel, die dein Depot nicht hat. Du investierst mit dem Geld der Bank, dein Mieter tilgt Monat für Monat mit, und das Finanzamt beteiligt sich über Abschreibung und Zinsabzug. Nach zehn Jahren ist der Verkaufsgewinn nach aktueller Rechtslage steuerfrei. Dem stehen Klumpenrisiko, fehlende Flexibilität und Aufwand gegenüber. Wir zeigen dir die Voraussetzungen, worauf du bei der Auswahl achten musst, und rechnen einen echten Fall aus der Region Bremen durch.

Das Wichtigste in Kürze

  • Drei Hebel machen den Unterschied. Du bewegst mit dem Darlehen der Bank ein Vielfaches deines Einsatzes, dein Mieter tilgt für dich mit, und Zinsen, Instandhaltung und Abschreibung senken deine Steuerlast.
  • Nach zehn Jahren Haltedauer ist der Verkaufsgewinn nach aktueller Rechtslage komplett steuerfrei. Genau deshalb ist die Anlageimmobilie nichts für kurze Zeiträume.
  • Die Inflation wechselt hier die Seite. Bei 2 % im Jahr sind 100.000 € Schulden nach zehn Jahren real nur noch rund 82.000 € wert, während der Sachwert tendenziell mitwächst.
  • Die Nachteile sind real. Klumpenrisiko, kaum Flexibilität, mögliche Mietausfälle und spürbarer Aufwand. Eine gute Verwaltung kostet Geld, macht die Anlage aber wieder passiv.
  • Voraussetzung sind grob 10.000 bis 20.000 € freies Eigenkapital, 2.500 bis 3.000 € netto und ein bestehendes Fundament aus Rücklagen und idealerweise einem laufenden ETF-Portfolio.

Stell dir vor, du holst aus rund 20.000 € Einsatz nach zehn Jahren 100.000 € heraus, und zwar steuerfrei. Das klingt erstmal nach einem dieser zwielichtigen Online-Gurus. Bei einer klug gewählten Anlageimmobilie ist es aber selbst konservativ gerechnet schlicht Mathematik.

Der Grund sind drei Hebel, die dein ETF-Depot schlichtweg nicht hat. Die meisten lassen dieses Potenzial komplett liegen, weil sie vor der Komplexität oder dem vermeintlichen Aufwand zurückschrecken. Und verzichten damit auf einen der stärksten Beschleuniger für ihren Vermögensaufbau.

Heute schauen wir uns die Vor- und Nachteile dieser Anlageklasse an und worauf du beim Kauf achten musst. Am Ende rechnen wir einen echten Fall durch, bei dem aus 5 % Eigenkapital ein sechsstelliger Wertzuwachs wird.

Die Rechnung am Ende ist ein echtes, aber individuelles Beispiel und keine Zusage. Sie hängt an Annahmen wie der unterstellten Wertsteigerung, den Finanzierungskonditionen und deiner persönlichen Steuersituation. Auch die zehnjährige Spekulationsfrist entspricht der aktuellen Rechtslage und kann sich ändern. Das Ganze ist zudem keine Anlageberatung, sondern eine Einordnung.

Vorab: Es geht nicht ums Eigenheim

Wenn wir hier über Immobilien sprechen, meinen wir ausdrücklich nicht das Eigenheim, sondern die vermietete Wohnung. Das ist kein emotionales Projekt, sondern ein kühles Investment.

Der Unterschied ist wichtig. Beim Eigenheim zahlst du selbst, wohnst selbst und bekommst dafür Lebensqualität. Wenn du wissen willst, was ein Eigenheim wirklich kostet, haben wir das an anderer Stelle durchgerechnet. Hier geht es um etwas anderes. Um ein Objekt, das jemand anderes bewohnt und mitfinanziert.

Die drei Hebel, die dein Depot nicht hat

Hebel 1: Das Geld der Bank

Bei Aktien investierst du ausschließlich dein eigenes Geld. Bei einer Immobilie holst du dir ein Darlehen an Bord und bewegst mit kleinem Einsatz riesige Summen. Das nennt sich Leverage-Effekt.

Der Vorteil für dich: Du profitierst vom Wertzuwachs des gesamten Objekts, obwohl dir faktisch nur ein Bruchteil davon gehört. In der Praxis heißt das, für eine Wohnung im Wert von 200.000 € musst du im besten Fall nur 20.000 € oder weniger selbst aufbringen.

Eine Wohnung für 200.000 €

  • Dein Eigenkapital 20.000 €
  • Darlehen der Bank 180.000 €
Im besten Fall reichen 10 % Eigenkapital. Der Wertzuwachs zählt trotzdem auf die vollen 200.000 €.

Hebel 2: Dein Mieter

Er ist im Grunde dein Sparpartner. Während du bei einem ETF-Sparplan jeden einzelnen Euro selbst aufbringen musst, zahlt hier Monat für Monat jemand anderes einen Teil deines Vermögens ab.

Das ist eine echte Win-win-Situation. Dein Mieter bekommt einen schönen Rückzugsort und du ein weiteres Einkommen.

Hebel 3: Das Finanzamt

Hier gilt eine ungewöhnliche Regel. Je mehr du verdienst, desto attraktiver wird das Ganze. Darlehenszinsen, Instandhaltung und vor allem die Abschreibung mindern deine Steuerlast spürbar.

Und das Beste kommt am Schluss. Nach zehn Jahren Haltedauer ist der Verkaufsgewinn nach aktueller Rechtslage komplett steuerfrei. Wenn du 50.000 € Gewinn machst, landen auch 50.000 € auf deinem Konto.

Bonus: Die Inflation wechselt die Seite

Bei der Kapitalanlageimmobilie wird die Inflation von deinem Feind zu deinem Verbündeten. Was beim Einkaufen jedes Mal weh tut, arbeitet hier für dich. Der Wert des Objekts steigt statistisch gesehen mit der Inflation mit, während der reale Wert deiner Schulden sinkt.

Ein Beispiel. Angenommen, du hast 100.000 € Schulden bei einer durchschnittlichen Inflation von 2 % pro Jahr. Dann hat dieses Darlehen nach zehn Jahren real nur noch einen Wert von rund 82.000 €. Die Inflation hat effektiv 1.800 € pro Jahr für dich abgetragen, also 150 € im Monat.

Was 100.000 € Schulden noch wert sind

  • Heute 100.000 €
  • In zehn Jahren, in heutiger Kaufkraft rund 82.000 €

Rund 18.000 € weniger, also 1.800 € im Jahr oder 150 € im Monat.

Gerechnet mit 2 % Inflation im Jahr. Nominal schuldest du weiter die vollen 100.000 €, es sinkt nur deren Kaufkraft.

Das Darlehen verschwindet dadurch natürlich nicht über Nacht. Aber weil parallel dein Gehalt und die Mieterträge mit der Inflation mitsteigen, tut jede weitere Rate ein Stück weniger weh.

Die Nachteile, über die zu selten gesprochen wird

Man muss an dieser Stelle auch ehrlich sein. Immobilien sind kein Selbstläufer.

  1. Klumpenrisiko. Du hast sehr viel Kapital an einem einzigen Ort gebunden. Passiert damit etwas, steht direkt ein großer Teil deines Vermögens im Feuer. Deshalb muss die Auswahl sitzen.
  2. Kaum Flexibilität. Eine Wohnung verkaufst du nicht mal eben per Mausklick wie einen ETF. Und lohnen tut sich der Verkauf ohnehin erst nach rund zehn Jahren, einerseits wegen der Steuerfreiheit, andererseits wegen der Kaufnebenkosten am Anfang.
  3. Mietrisiko. Es kann jederzeit zu Mietausfällen oder Verzögerungen kommen, die du aus deinen Rücklagen auf einem getrennten Unterkonto abfangen musst.
  4. Aufwand. Mietersuche, Handwerker, Abrechnungen. Das liegt grundsätzlich erstmal alles bei dir und kann auf Dauer richtig nerven.

Mein Rat zum letzten Punkt: Wenn du nicht zum Teilzeit-Hausverwalter werden willst, hol dir Profis an Bord. Eine gute Verwaltung kostet natürlich Geld, macht dein Investment dafür aber passiv und dein Leben deutlich leichter.

Bist du überhaupt so weit?

Bevor wir zur Rechnung kommen, die Frage nach den Voraussetzungen. Eine Immobilie ist kein Einsteiger-Werkzeug für den ersten gesparten Euro. Die Hürden sind aber deutlich niedriger, als die meisten vermuten:

  • 10.000 bis 20.000 € liquides Eigenkapital, das du langfristig nicht brauchst.
  • 2.500 bis 3.000 € Nettoeinkommen und, genauso wichtig, tatsächliche Überschüsse daraus. Wer sein Einkommen komplett ausgibt, dem hilft die Zahl allein nicht.
  • Ein bestehendes Fundament, also Rücklagen und idealerweise ein laufendes ETF-Portfolio. Beides sorgt für die Flexibilität, die dir die Immobilie selbst nicht bietet.

Wenn du alle drei Punkte mit Ja beantworten kannst, steht dir die Tür grundsätzlich offen.

Worauf du bei der Auswahl achten musst

Lage, Lage, Lage. Mit Abstand der wichtigste Punkt. Investiere niemals dort, wo es einfach nur billig ist, sondern in strukturstarken Regionen mit guter Anbindung und soliden Arbeitgebern. Das sichert dir langfristig die Wiedervermietbarkeit. Lass dich nicht von vermeintlich grandiosen Mietrenditen blenden, am Ende steht und fällt alles mit der Region. Netter Nebeneffekt: Du schaffst Wohnraum genau da, wo er am dringendsten gebraucht wird.

Kein Blindkauf. Prüfe die Bausubstanz auf versteckten Sanierungsbedarf und schau dir die Nachbarschaft an. Ein vermeintliches Schnäppchen mit Sanierungsstau frisst dir über Jahre die Rendite auf.

Die Verwaltung. Wie oben schon gesagt, eine gute Verwaltung ist Gold wert, weil sie dir langfristig den Rücken frei hält.

Die harten Zahlen. Du musst jederzeit beantworten können, ob sich das für dich lohnt. Wie hoch ist der Mietertrag im Verhältnis zum Kaufpreis? Wie sieht deine monatliche Bilanz aus Mieteinnahmen, Darlehensrate und Instandhaltung aus?

Die Finanzierung. Welche Bank bietet dir die besten Konditionen, und wo musst du möglichst wenig Eigenkapital einbringen? Hier liegen oft mehrere zehntausend Euro Unterschied über die Laufzeit.

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Die Praxisrechnung: 44 m² Neubau bei Bremen

Genug Theorie, schauen wir uns einen echten Fall an. Ein Neubau in der Region Bremen mit 44 Quadratmetern Wohnfläche. Zwei Besonderheiten gab es hier.

Erstens mussten die Käufer über einen Deal mit unserer Partnerbank nur 5 % Eigenkapital für die Nebenkosten aufbringen, also rund 11.000 €. Zweitens greifen bei einem Neubau höhere steuerliche Abschreibungen.

Das Ergebnis: Unser Kunde muss in den ersten zehn Jahren monatlich zwischen 20 € und 200 € zuschießen. Das funktioniert im Grunde wie ein privater Sparplan. Über zehn Jahre fließen so insgesamt rund 20.000 € ein, also das Eigenkapital am Anfang plus die monatlichen Raten.

Rund 20.000 € über zehn Jahre

  • Eigenkapital am Anfang rund 11.000 € 5 % des Kaufpreises, für die Nebenkosten.
  • Monatliche Zuschüsse rund 9.000 € Zwischen 20 € und 200 € im Monat, zehn Jahre lang.

Rechnet man Tilgung und eine moderate Wertsteigerung von 2,5 % pro Jahr zusammen, steht am Ende ein steuerfreier Erlös von rund 100.000 €. Bei 20.000 € Einsatz sind das etwa 80.000 € Gewinn.

Zum Vergleich: derselbe Betrag im ETF

Hätte derselbe Kunde exakt dieselbe Summe in einen ETF-Sparplan mit 7 % Rendite gesteckt, stünde er nach zehn Jahren bei rund 37.000 € Endkapital. Also immer noch solide 17.000 € Gewinn, aber eben gegenüber 80.000 € bei der Immobilie.

Der Unterschied kommt fast vollständig aus dem ersten Hebel. Beim ETF arbeiten 20.000 €. Bei der Immobilie arbeiten rund 200.000 €, von denen dir nur ein kleiner Teil gehört.

Nach zehn Jahren, bei gleichem Einsatz

  • Immobilie 100.000 € davon 80.000 € Gewinn, steuerfrei
  • ETF-Sparplan 37.000 € davon 17.000 € Gewinn
Der dunkle Teil ist in beiden Fällen derselbe Einsatz von 20.000 €.

Fazit: Ergänzung, nicht Ersatz

Deshalb gehört für mich in jedes Finanzkonzept früher oder später eine Kapitalanlageimmobilie. Aber eben nicht als ausschließliches Investment, sondern als richtig starke Ergänzung.

Der ETF gibt dir Flexibilität und Streuung, die Immobilie gibt dir den Hebel und die Steuervorteile. Zusammen ergeben sie eine robuste Gesamtstrategie, und genau darum geht es im Überblick, welche Anlage zu welchem Ziel passt.

Wenn du keine Lust hast, hunderte Besichtigungen zu machen und unzählige Banken abzuklappern: Wir begleiten dich bei jedem Schritt, von der Objektauswahl bis zur Finanzierung. Nimm gerne Kontakt auf, dann schauen wir gemeinsam, wie so ein Konzept für dich aussehen kann.

Dein nächster Schritt

Aus Wissen wird dein Plan.

Du weißt jetzt, worauf es ankommt. Im kostenlosen Erstgespräch schauen wir gemeinsam auf deine Situation und du bekommst eine klare Einschätzung, was alles möglich ist und wie die Umsetzung aussehen kann.

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Häufige Fragen

Wenn die Voraussetzungen stimmen und die Lage passt, ist sie einer der stärksten Beschleuniger für den Vermögensaufbau. Der Grund sind drei Hebel, die ein Depot nicht bietet. Du investierst mit dem Geld der Bank, dein Mieter tilgt mit, und über Zinsen, Instandhaltung und Abschreibung senkst du deine Steuerlast. Dafür bindest du viel Kapital an einem Ort und verlierst Flexibilität. Als alleiniges Investment ist sie deshalb nicht gedacht, wohl aber als starke Ergänzung.
Als Faustregel solltest du 10.000 bis 20.000 € frei verfügbar haben, die du langfristig nicht brauchst. Damit deckst du in der Regel die Kaufnebenkosten ab, während der Kaufpreis selbst über das Darlehen läuft. Je nach Bank und Objekt geht es auch mit weniger. In unserer Beispielrechnung reichten rund 11.000 €, also etwa 5 % des Kaufpreises.
Das ist kein Entweder-oder. Der ETF ist flexibel, günstig und sofort verfügbar, die Immobilie bietet dafür den Hebel über das Bankdarlehen und steuerliche Vorteile. In unserer Beispielrechnung stehen bei gleichem Einsatz nach zehn Jahren rund 80.000 € Gewinn bei der Immobilie gegenüber rund 17.000 € beim ETF-Sparplan. Dafür kommst du an das ETF-Geld jederzeit heran. Die stärkste Lösung ist in aller Regel die Kombination aus beidem.
Nach aktueller Rechtslage nach einer Haltedauer von zehn Jahren. Verkaufst du früher, fällt der Gewinn unter die Spekulationsfrist und wird mit deinem persönlichen Einkommensteuersatz versteuert. Zusammen mit den Kaufnebenkosten, die du am Anfang trägst, ist das der Hauptgrund, warum sich eine Anlageimmobilie erst ab etwa zehn Jahren wirklich rechnet.
Vor allem auf die Lage. Investiere in strukturstarke Regionen mit guter Anbindung und soliden Arbeitgebern, nicht dort, wo es einfach nur billig ist. Das sichert die Wiedervermietbarkeit. Danach kommen die Prüfung der Bausubstanz auf versteckten Sanierungsbedarf, eine gute Verwaltung, die harten Zahlen aus Mietertrag und monatlicher Bilanz sowie die Suche nach der passenden Finanzierung.
Empfehlenswert ist sie fast immer. Mietersuche, Handwerker und Abrechnungen liegen sonst komplett bei dir und werden auf Dauer zur Nebenbeschäftigung. Eine gute Verwaltung kostet Geld, macht dein Investment dafür aber wieder zu dem, was es sein soll. Passiv.
Alexander Molkenthin, Finanzberater bei Investiquo
Geschrieben von
Alexander Molkenthin

Gründer von Investiquo und unabhängiger Finanzberater. Er hilft beruflich etablierten Menschen, ihre Finanzen zu ordnen und einen klaren Plan für ihre Ziele zu bekommen. Einfach und nachvollziehbar.

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