Der ultimative Investment-Check: Welche Anlage passt zu welchem Ziel?
Die meisten versuchen, langfristige Ziele mit dem falschen Werkzeug zu erreichen: mit Tagesgeld gegen die Inflation oder mit Einzelaktien für kurzfristige Wünsche. Die Lösung ist, deine Anlagen in drei Töpfe nach Zeithorizont zu sortieren. Kurzfristig (bis 5 Jahre, Verfügbarkeit zählt), mittelfristig (5 bis 15 Jahre, ETFs und Immobilien) und langfristig (ab 15 Jahren, hier regiert der Zinseszins). Wir gehen alle gängigen Anlagen durch und zeigen, zu welchem Ziel sie passen.
Das Wichtigste in Kürze
- Sortiere deine Anlagen nach Zeithorizont in drei Töpfe: kurzfristig (bis 5 Jahre), mittelfristig (5 bis 15 Jahre) und langfristig (ab 15 Jahren). Jedes Ziel braucht das passende Werkzeug.
- Kurzfristig zählt Verfügbarkeit, nicht Rendite: Girokonto fürs Laufende, getrennt davon ein Tagesgeldkonto für Rücklagen. Festgeld nur, wenn der Zeitpunkt feststeht.
- ETFs sind das Werkzeug für mittel- und langfristige Ziele: breit gestreut, kostengünstig, historisch 7 bis 8 % pro Jahr (im Falle von Aktien-ETFs). Aber nie unter 5 Jahren, bei Aktien-ETFs eher 10 bis 15 Jahre Horizont.
- ETFs oder Immobilie ist kein Entweder-oder: Beide haben starke Vorteile, kombiniert ergeben sie eine robuste Gesamtstrategie.
- Bei der Altersvorsorge führt fast immer eine kostengünstige ETF-Lösung. Riester lohnt nur in Nischenfällen, und Krypto ist Spekulation, kein Fundament und sollte maximal eine kleine Beimischung sein.
Die meisten von uns haben gelernt, dass man für seine Ziele einfach nur fleißig sparen muss und dann wird das schon irgendwie. Damit landen wir aber schnell in einer Falle. Wir versuchen, unsere langfristigen Ziele mit einem Traktor auf der Autobahn zu erreichen, also mit Tages- und Festgeld gegen die Inflation anzukämpfen. Oder wir lassen uns verunsichern und rasen mit einem Sportwagen durch die Spielstraße, indem wir kurzfristige Dinge mit Einzelaktien oder Krypto erreichen wollen.
Das Problem ist nicht, dass wir grob etwas falsch machen, sondern dass uns nie beigebracht wurde, wie es richtig funktioniert: welche Werkzeuge wir zur Verfügung haben und zu welchen Zielen sie passen. Genau hier bringen wir Ordnung ins Chaos und finden für jedes deiner Ziele das perfekte Fortbewegungsmittel, vom Tagesgeldkonto bis zur Immobilie.
Dieser Artikel ist der Umsetzungsteil der Roadmap. Das Fundament steht in den ersten Teilen: Ziele finden und priorisieren (Teil 1), die Sparrate berechnen (Teil 2), sowie die Deep-Dives zum Eigenheim und zur Rentenlücke. Heute geht es darum, dein Geld in die richtigen Anlagen zu bringen.
Eine kurzer Disclaimer vorab
Das Ganze ist natürlich keine Anlageberatung. Deine Situation ist so individuell wie dein Fingerabdruck. Was für deinen Nachbarn perfekt ist, kann für dich eine Vollkatastrophe sein. Prüf also genau, ob eine Anlage wirklich zu dir, deinen Vorlieben und deinen Zielen passt. Oder nimm Kontakt auf, dann erarbeiten wir gemeinsam ein Konzept, das zu dir passt.
Warum drei Töpfe?
Bei den meisten haben die Finanzen Ähnlichkeit mit einer Socken-Schublade: Alles liegt zusammen, nichts passt zusammen. Um deine Ziele zu erreichen, braucht es aber einen roten Faden. Deshalb unterteilen wir alles in drei Töpfe nach Zeithorizont:
- Topf 1, kurzfristig (bis 5 Jahre): dein Sicherheitsnetz. Hier steht die Verfügbarkeit im Vordergrund, nicht die Rendite.
- Topf 2, mittelfristig (5 bis 15 Jahre): Hier legen wir Wert auf Rendite, wollen die Ernte aber in absehbarer Zeit einfahren.
- Topf 3, langfristig (ab 15 Jahren): Vollgas auf die Autobahn, hier regiert der Zinseszins.
Heute geht es ums Big Picture, die Vogelperspektive. Viele der Anlagen schauen wir uns in späteren Artikeln nochmal im Detail an.
Topf 1: Kurzfristig (bis 5 Jahre)
Hier liegt dein Notgroschen und alles, was in den nächsten fünf Jahren ansteht.
Girokonto und Tagesgeldkonto
Das Girokonto ist der Durchgangsbahnhof: Gehalt kommt rein, Miete, Lebensmittel und Spotify gehen wieder raus. Der Parkplatz daneben ist das Tagesgeldkonto, wo deine längerfristigen Rücklagen liegen. Der Vorteil ist maximale Flexibilität: Das Geld ist jederzeit und in voller Höhe griffbereit. Der Nachteil: Die Inflation frisst nach und nach deine Kaufkraft. In fünf Jahren liegt zwar noch dieselbe Summe da, du kannst dir aber weniger davon leisten.
Ein wichtiger Hinweis: Trenne bewusst zwischen Girokonto und Tagesgeldkonto. Hältst du deine Rücklagen auf dem Girokonto, gerätst du zu schnell in Versuchung, sie für den nächsten Urlaub auszugeben.
Für wen? Ganz klar für jeden. Ein Girokonto braucht jeder, und ein Tagesgeldkonto ist dringend zu empfehlen, weil es getrennt ist, etwas mehr Zinsen bringt und trotzdem jederzeit verfügbar bleibt.
Festgeld
Der nicht ganz so entfernte Cousin des Tagesgeldkontos. Ähnliches Prinzip, aber du legst das Geld für einen festen Zeitraum an (drei Monate, zwei Jahre, was auch immer) und hast in dieser Zeit keinen Zugriff. Dafür bekommst du etwas mehr Zinsen. Der Vorteil ist die Planbarkeit: Kommt in drei Jahren ein neues Auto, legst du das Geld für drei Jahre fest. Der Nachteil ist eben die fehlende Verfügbarkeit.
Meine persönliche Meinung: Das bisschen Mehrzins gegenüber dem Tagesgeldkonto rechtfertigt die fehlende Flexibilität meist nicht. Das ist aber Geschmackssache. Entscheide selbst, ob du Festgeld aufnehmen möchtest.
Topf 2: Mittelfristig (5 bis 15 Jahre)
Hier liegt alles für Eigenheim, Sabbatical und ähnliche Ziele.
ETFs
Nach Giro- und Tagesgeldkonto die wahrscheinlich bekannteste Anlage. Wir konzentrieren uns bewusst auf ETFs, weil das die am weitesten verbreitete und in den allermeisten Fällen empfehlenswerteste Methode ist, an den Kapitalmärkten zu investieren.
Was ist ein ETF? Im Grunde ein Korb voll Geld, in den verschiedene Leute einzahlen (du, ich, dein Nachbar) und der dieses Geld breit in die Weltwirtschaft investiert. Du kaufst also nicht nur eine Apple- oder Volkswagen-Aktie, sondern schwimmst mit den globalen Märkten mit. So profitierst du indirekt von jedem neuen Laptop und jeder Tube Zahnpasta, die du im Rewe kaufst, sofern der Anbieter börsennotiert ist. Durch die breite Streuung hast du zwar nicht die Chance, vom nächsten Apple über Nacht zum Millionär zu werden, du umschiffst aber auch das Risiko, alles auf die nächste Nokia zu setzen und Schiffbruch zu erleiden.
Vorteile: Die Rendite ist nahezu ungeschlagen, historisch im Schnitt 7 bis 8 % pro Jahr im Falle von Aktien-ETFs. Zudem ist das Ganze kostengünstig und maximal flexibel. Der Nachteil: Nur weil das Geld verfügbar ist, heißt das nicht, dass du auch mit Gewinn rausgehst. Die Märkte schwanken, mitunter stark. Du brauchst also starke Nerven und genügend Anlagehorizont, um Krisen auszusitzen. Deshalb einer der wichtigsten Punkte vor dem ersten ETF-Kauf. Niemals unter fünf Jahren in ETFs, und bei Aktien-ETFs eher mindestens 10 bis 15 Jahre.
Für wen? Für fast jeden. Denn jeder hat mindestens ein langfristiges Ziel: die Altersvorsorge. Und dafür sind ETFs neben Immobilien das verlässlichste Werkzeug überhaupt.
Vermietete Immobilien
Hier geht es bewusst nicht ums Eigenheim (das rechnen wir im Eigenheim-Artikel durch), sondern um die vermietete Immobilie. Du stellst jemandem eine Wohnung zur Verfügung und bekommst dafür Mietertrag.
Die Vorteile sind vielseitig, im Grunde sind es drei Hebel, die ein Depot nicht hat. Du nutzt das Geld der Bank: Für eine 200.000-€-Wohnung legst du nicht den vollen Betrag in bar auf den Tisch, sondern nimmst ein Darlehen auf und hast damit einen Hebel. Das Finanzamt arbeitet mit, denn Zinskosten, Instandhaltung und die Abschreibung kannst du steuerlich geltend machen. Und deine Mieter helfen bei deinem Vermögensaufbau, indem sie einen Teil ihrer Einkünfte für das Dach über dem Kopf an dich weitergeben. Überraschend: Hier arbeitet sogar die Inflation positiv mit, denn als Sachwert steigt die Immobilie in der Regel mindestens mit der Inflation.
Der Nachteil: Es gibt kaum etwas Unflexibleres. Brauchst du kurzfristig Geld, kannst du nicht eben zum Notar gehen und schnell verkaufen. Und ohne Hausverwaltung bedeutet das Ganze viel Aufwand für Mietersuche und Instandhaltung. Klare Empfehlung: immer eine Hausverwaltung mit reinnehmen.
Zeitrahmen? Eine kleine Besonderheit: Wir sind zwar im 5-bis-15-Jahre-Topf, aber eine Immobilie macht meist erst ab 10 Jahren Sinn. Einerseits aufgrund der Spekulationssteuer und andererseits durch die initialen Kaufnebenkosten.
Für wen? Für mehr Leute als gemeinhin vermutet. Wenn du rund 10.000 bis 20.000 € auf der hohen Kante hast, die du nicht brauchst, und über 2.500 bis 3.000 € netto im Monat verdienst, steht dir die Tür offen. Vorausgesetzt, du investierst in soliden Regionen. In strukturschwachen Lagen kann es auch nach hinten losgehen.
Ein kurzer Einwurf: Du wirst viele Berater finden, die entweder maximal pro oder maximal kontra Immobilien sind. Ich bin kein Fan dieser Schwarz-Weiß-Gegenüberstellungen. Beide Anlageklassen haben eine starke Berechtigung, gigantische Vorteile und auch Nachteile. Kombiniert ergibt das eine sehr starke Gesamtstrategie. Deswegen: nie entweder-oder, sondern in aller Regel ein und.
Privatkredite und P2P
Noch eine etwas ungewöhnlichere Option: Privatkredite, auch P2P-Kredite genannt. Da leihst du entweder deinem Onkel Geld für einen Zinssatz oder, gängiger, du nutzt Plattformen wie Mintos, um breit gestreut fremden Menschen Geld zu leihen. Du trittst also quasi als eine Art Bank auf.
Vorteil: recht attraktive Zinsen, teils 5 bis 10 %. Aber es geht ein gewisses Risiko damit einher. Leihst du nur deinem Onkel Geld, droht im schlimmsten Fall der Totalverlust. Breit gestreut (die klare Empfehlung) ist es zumindest schwankungsanfällig. Dazu kommt ein ethischer Aspekt: Du finanzierst nicht nur Unternehmensgründungen, sondern manchmal auch Konsumschulden. Menschen, die nicht gut mit Geld umgehen, geraten dadurch vielleicht noch tiefer in die Schuldenfalle. Ob das ein Beitrag zu deinem Vermögensaufbau sein soll, ist eine persönliche Entscheidung. Falls ja: nicht alles auf eine Karte, maximal 10 % vom Gesamtvermögen. Den Rest in bewährtere Anlagen wie ETFs oder Immobilien.
Topf 3: Langfristig (ab 15 Jahren)
Unsere Autobahn.
Edelmetalle (Gold und Silber)
Der erste Kandidat ist so kontrovers wie kaum ein anderer. Fragst du fünf Experten, ob sich Gold lohnt, bekommst du fünf verschiedene Antworten. Der Vorteil: Gold und Silber sind oft eine gute Wertsicherung. Wenn die Märkte verrücktspielen oder geopolitisches Chaos herrscht, bilden sie häufig ein Gegengewicht zu den Aktienmärkten und stabilisieren das Ganze.
Der Nachteil: Edelmetalle erwirtschaften keinen Ertrag. Sie sind nur so viel wert, wie die Menschen glauben, dass sie wert sind. Das führt zu mitunter starken Schwankungen, sie sind also nicht so klassisch sicher, wie oft dargestellt. Deshalb stehen sie hier im langfristigen Topf. Dazu kommt die Lagerthematik: zu Hause mit Einbruchrisiko oder im Bankschließfach mit Kosten.
Für wen? Meine Meinung: eine spannende Beimischung, wenn du schon vermögend bist (ein paar 100.000 € in verschiedenen Investments). Dann kann Gold eine weitere Streuungsebene aufmachen. Bist du noch im Aufbau, würde ich eher nach stärkeren Alternativen schauen.
Rentenversicherungen
Eher ein Bündel verschiedener Optionen: betriebliche Altersvorsorge, Riester, Basisrente (Rürup) und private Rentenversicherung.
Betriebliche Altersvorsorge (bAV): das, was du vom Arbeitgeber als Rente bekommst. Entweder zahlt er die Beiträge, oder du wandelst einen Teil deines Bruttogehalts um und er stockt auf.
Vorteil: Du sparst im Hier und Jetzt Steuern und Sozialabgaben, und es läuft passiv nebenbei. Der Arbeitgeber muss deine Beiträge in den meisten Fällen um mindestens 15 % aufstocken.
Nachteile: Die spätere Auszahlung ist voll steuerpflichtig, du zahlst Kranken- und Pflegeversicherung darauf, und du bist nicht frei bei der Wahl der Anlage.
Für wen? Zahlt dein Arbeitgeber die Beiträge, ist es ein No-Brainer, geschenktes Geld nimmt man immer mit. Gibt es nur eine Aufstockung, hängt alles daran, ob sich deine BAV am Ende wirklich rechnet. Als grobe Daumenregel wird es ab rund 30 % Arbeitgeberzuschuss interessant, darunter sind oft Alternativen spannender.
Riester: Die Vorteile sind rar gesät, deshalb steht das Produkt zu Recht in der Kritik. Du bekommst zwar Zulagen für dich und deine Kinder und kannst die Beiträge absetzen, musst aber zwingend einen Großteil verrenten. Außerdem wird die Rente voll versteuert, die Kosten sind oft hoch und du bist bei der Anlage stark eingeschränkt, sodass die 7 bis 8 % ETF-Rendite unerreichbar bleiben. Ich habe ehrlicherweise noch nie einen Riestervertrag vermittelt. Interessant nur in Nischenfällen: bei vielen Kindern (3 oder mehr) oder sehr niedrigem Einkommen (grob 2.000 € brutto oder weniger). Für alle anderen: Finger weg. Zum Glück endet diese Ära aber auch ab 2027. Dann wird Riester ersetzt durch das deutlich stärkere Altersvorsorgedepot.
Basisrente (Rürup): das Steuersparmodell unter den Vorsorgeprodukten. Du kannst die Beiträge voll absetzen und bist (wenn der Versicherer es freigibt) flexibel bei der Anlage. Du kannst also komplett auf ETFs setzen. Dafür ist die Rente voll steuerpflichtig, und es ist mit das unflexibelste Produkt überhaupt: Jeder eingezahlte Euro kommt erst zum Rentenbeginn zurück, zwingend als lebenslange Rente, keine Einmalzahlung.
Für wen? Vor allem Selbstständige, die nicht gesetzlich rentenversichert sind, und Menschen mit über 100.000 € Bruttoeinkommen. Wegen der fehlenden Flexibilität rate ich den meisten aber eher zu ETFs und Immobilien.
Private Rentenversicherung (auch Investmentrente, ETF-Police oder Fondspolice genannt): im Kern ein ETF-Portfolio im Versicherungsmantel. Solange dieser Mantel existiert, kannst du im Inneren komplett steuerfrei mit ETFs handeln, egal wie oft du umschichtest. Beim Depot ist das anders.
Nachteil: oft signifikante Abschlusskosten am Anfang, die die ersten Jahre unattraktiv machen. Daher lohnt sie sich eher langfristig. Hältst du sie länger als 15 bis 20 Jahre (etwa für die Altersvorsorge), überwiegen irgendwann die Steuervorteile. Für ein mittelfristiges Ziel wie den Eigenheimkauf in 10 Jahren fallen die Kosten dagegen stärker ins Gewicht. Die Frage ist immer: Welches Ziel hast du und passt es dazu?
Grundvoraussetzung bei allen vier Optionen ist die kostengünstige Umsetzung mit einer starken ETF-Aufstellung. Hier liegt der Teufel im Detail: Mehr als die Hälfte der Verträge, die ich von Kundinnen und Kunden sehe, sind entweder zu teuer oder auf der Renditeseite zu schwach. Langfristig macht das gerne mehrere 10.000 € Unterschied bei der Ablaufleistung. Wenn du deinen Vertrag kostenfrei und unabhängig prüfen lassen möchtest, nimm gerne Kontakt auf.
Vier Wege, vier Zielgruppen
- Betriebliche Altersvorsorge Für wenZahlt der Arbeitgeber, ein No-Brainer. Sonst ab rund 30 % Zuschuss. HakenAuszahlung voll steuerpflichtig, dazu Kranken- und Pflegeversicherung.
- Riesterendet 2027 Für wenNur Nischen. Ab 3 Kindern oder unter rund 2.000 € brutto. HakenVerrentungszwang, hohe Kosten, stark eingeschränkte Anlage.
- Basisrente, auch Rürup Für wenSelbstständige ohne gesetzliche Rente und Einkommen über 100.000 €. HakenDas unflexibelste Produkt. Nur lebenslange Rente, nie Einmalzahlung.
- Private Rentenversicherung Für wenLangfristige Ziele ab 15 bis 20 Jahren Haltedauer. HakenHohe Abschlusskosten machen die ersten Jahre unattraktiv.
Kryptowährungen
In den letzten Jahren in aller Munde. Fast jeder kennt jemanden, der damit extreme Renditen gemacht oder einen (nahezu) Totalverlust erlitten hat. Der Vorteil ist das Renditepotenzial: Theoretisch kann sich die Anlage über Nacht im Wert verdoppeln. Theoretisch deshalb, weil im Umkehrschluss auch ein Totalverlust nie ausgeschlossen ist, selbst beim großen Player Bitcoin. Dazu fehlt nach wie vor ein klarer Einsatzzweck: Könnte man überall mit Bitcoin zahlen, hätte es eine greifbare Substanz. Hat es aber nicht.
Deshalb mein Fazit (und ich höre den Aufschrei der Krypto-Fans schon): Für mich sind Kryptowährungen reine Spekulation, kein Investment. Also nichts, worauf man die Altersvorsorge oder seine Lebensziele aufbauen sollte. Wenn du die Renditechance trotzdem als Beimischung haben willst, dann bitte begrenze den Anteil auf maximal 10 % deines Gesamtvermögens. Oder anders: nur so viel, wie du auch im Casino auf Schwarz setzen könntest, ohne es zu bereuen, wenn es weg ist. Ich weiß, FOMO (Fear of Missing out) kann in dem Fall ein harter Gegner sein. Aber es lohnt sich standhaft zu bleiben.
Sammlerobjekte
Hier fällt alles drunter, was rar ist und gesammelt werden kann: von Ü-Eiern über Sneaker bis zu Oldtimern. Der skurrilste Fall, den ich hatte, war ein Kunde, der eine antike Waffensammlung im Wert von über 100.000 € geerbt hatte. Vorteil: Es sind starke Renditen möglich, wenn man sich auskennt, und kombiniert mit einem Hobby macht es viel Spaß. Nachteil: Das Ganze ist recht illiquide, du findest nicht von jetzt auf gleich einen Käufer zum Wunschpreis. Und du musst wirklich Experte sein, also dich jahrelang damit beschäftigt haben und nicht nur zwei YouTube-Videos geschaut haben.
Für wen? Vor allem für echte Nerds, die den Markt in- und auswendig kennen. Aber auch hier gilt: Streuung ist alles, nicht alles auf dieses eine Pferd setzen.
Dein Fahrplan: Anlage zu Ziel
Unterm Strich gibt es nicht das eine Investment, das für jeden optimal ist. Die Frage ist immer: Wie sehen deine Ziele aus? Auf dieser Basis wählst du das beste Fortbewegungsmittel.
Deine drei Töpfe
-
Topf 1, kurzfristig
bis 5 Jahre
Verfügbarkeit statt Rendite
- Girokonto
- Tagesgeldkonto
- Festgeld
-
Topf 2, mittelfristig
5 bis 15 Jahre
Rendite, aber die Ernte in Sicht
- ETFs
- Vermietete Immobilie
- P2P-Kredite
-
Topf 3, langfristig
ab 15 Jahren
Hier regiert der Zinseszins
- ETFs
- Vermietete Immobilie
- Rentenversicherungen
- Edelmetalle
- Krypto
- Sammlerobjekte
Deine Hausaufgabe: Geh deine Zielliste durch und ordne jedem Ziel die passende Anlage zu. Ein paar Beispiele:
- Autokauf in 3 Jahren: ganz klar Tagesgeld, eventuell Festgeld.
- Sabbatical in 7 Jahren: ein konservatives ETF-Portfolio kann hier schon Sinn machen.
- Ruhestand mit 60: Vollgas auf die Autobahn. ETFs und Immobilien sind hier deine stärksten Verbündeten.
In den nächsten Artikeln werfen wir einen genaueren Blick hinter die Kulissen, zum Beispiel darauf, wie eine ETF-Anlage konkret funktioniert. Und wenn du nicht so lange warten, sondern sofort loslegen willst: Nimm gerne Kontakt auf, dann schauen wir gemeinsam, ob du schon perfekt aufgestellt bist oder ob noch Luft nach oben ist.
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