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540 EUR geschenkt? Das neue Altersvorsorgedepot im Check

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Kurz gesagt

Ab 2027 ersetzt das Altersvorsorgedepot die Riester-Rente. Wer 1.800 € im Jahr einzahlt, bekommt 540 € vom Staat obendrauf, Familien deutlich mehr. Die ungeliebte Beitragsgarantie fällt weg und in der Ansparphase bleibt alles steuerfrei. Bezahlt wird das mit höheren Kosten, einer Bindung bis zur Rente und der vollen Besteuerung der Auszahlung. Im 37-Jahres-Vergleich liegt das geförderte Depot rund 20.000 € vor dem privaten ETF-Sparplan. Ob dir das die verlorene Flexibilität wert ist, entscheidet deine Lebenssituation.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Förderung ist gestaffelt. Auf die ersten 360 € im Jahr legt der Staat 50 % drauf, auf jeden weiteren Euro bis 1.800 € noch 25 %. Wer voll einzahlt, bekommt 540 € und damit eine Förderquote von 30 %.
  • Für Familien wird es deutlich besser. Pro Kind gibt es bis zu 300 € extra, und die volle Kinderzulage steht schon bei rund 25 € Eigenbeitrag im Monat. Zwei Kinder bringen eine Förderquote von über 60 %.
  • In der Ansparphase fallen keine Steuern an, auch keine Vorabpauschale. Du kannst sogar beliebig umschichten. Dafür wird die Auszahlung später voll mit deinem persönlichen Einkommensteuersatz belastet.
  • Der eigentliche Preis ist die Flexibilität. Vor 65 kommst du nur an das Geld, wenn du die komplette Förderung zurückzahlst. Damit ist es faktisch bis zur Rente blockiert.
  • Über 37 Jahre gerechnet liegt das Altersvorsorgedepot rund 20.000 € vor dem ETF-Sparplan. Für viele ist trotzdem die Kombination aus beidem die stärkste Lösung.

Stell dir vor, der Staat überweist dir jedes Jahr 540 € zusätzlich auf dein Depot. Das klingt erstmal ziemlich attraktiv. Aber ist dieses Geschenk wirklich so gut, wie es aussieht? Oder gibt es irgendwo im Hintergrund einen Haken, der dich am Ende sogar deine finanzielle Freiheit kosten könnte?

Ab 2027 startet mit dem Altersvorsorgedepot eine neue staatlich geförderte Altersvorsorge. Sie soll die alte, komplizierte Riester-Rente endlich ablösen. Das Versprechen lautet einfacher, renditestärker und mit einer spürbar höheren Förderung. Bis zu 540 € pro Jahr sind für jeden drin, für Familien deutlich mehr.

Doch wie bei jedem staatlichen Angebot lohnt der Blick ins Kleingedruckte. Ist das Altersvorsorgedepot die Lösung für die deutsche Rentenlücke? Oder fährst du mit einem privaten ETF-Sparplan am Ende besser, weil er dir alle Freiheiten lässt?

Wir rechnen beide Wege konkret durch. Du erfährst, welcher davon wirklich zu mehr Vermögen führt, wo die versteckten Kosten sitzen und für wen sich welches Modell lohnt.

Das Altersvorsorgedepot startet 2027. Die Fördersätze und Grenzen stehen fest, die konkreten Angebote der Anbieter gibt es aber noch nicht. Wo sich Kosten und Konditionen am Ende einpendeln, ist zum Zeitpunkt dieses Artikels also noch offen. Das Ganze ist zudem keine Anlageberatung, sondern eine Einordnung. Ob das Modell zu dir passt, hängt an deiner persönlichen Situation.

Das Versprechen: wie die Förderung funktioniert

Das Grundprinzip ist erfreulich einfach und räumt gleich mehrere Altlasten ab. Statt dein Geld in teils völlig überteuerte Vertragskonstruktionen zu stecken, kannst du es künftig staatlich gefördert direkt in kostengünstige ETFs oder Fonds anlegen.

Der größte Fortschritt ist der Wegfall der Beitragsgarantie. Genau die hat bei Riester über Jahrzehnte enorm viel Rendite gekostet. Du entscheidest also in Zukunft selbst, ob du voll auf Sicherheit gehst, einen Mittelweg wählst oder voll auf Rendite setzt.

Die Förderung ist gestaffelt

Das Herzstück ist die neue Förderlogik. Sie ist vor allem für Menschen attraktiv, die gerade erst mit dem Sparen anfangen.

  1. Auf die ersten 360 € pro Jahr legt der Staat 50 % drauf. Das sind 180 €.
  2. Auf jeden weiteren Euro bis zur Obergrenze von 1.800 € gibt es noch 25 %. Das sind nochmal 360 €.

Wer die vollen 1.800 € im Jahr ausreizt, also 150 € im Monat, bekommt damit die maximale Grundzulage von 540 €. Du zahlst 1.800 € ein und im Depot landen 2.340 €. Das ist eine Förderquote von 30 %, sofort und ohne jedes Risiko.

Für Familien wird es richtig stark

Pro Kind gibt es eine zusätzliche Zulage von bis zu 300 € im Jahr. Und der Eigenbeitrag, den du dafür leisten musst, ist mit rund 25 € im Monat sehr überschaubar.

Rechnen wir eine Familie mit zwei Kindern durch, die 1.800 € Eigenleistung einzahlt. Sie bekommt einmal die Grundzulage von 540 € plus zweimal 300 € Kinderzulage, zusammen also 1.140 € vom Staat. Aus 1.800 € werden 2.940 € im Depot. Das entspricht einer Förderquote von über 60 %.

Für die Jüngeren gibt es noch einen kleinen Bonus obendrauf. Wer unter 25 ist, bekommt zum Start einmalig 200 €.

Was der Staat jedes Jahr drauflegt

  • Die ersten 360 € 50 % + 180 €
  • Jeder weitere Euro bis 1.800 € 25 % + 360 €
  • Je Kind + 300 €
  • Ohne Kinder 1.800 € von dir, 540 € vom Staat 30 %
  • Mit zwei Kindern 1.800 € von dir, 1.140 € vom Staat über 60 %
Der blaue Anteil ist die Zulage, jeweils im echten Verhältnis zum Eigenbeitrag darunter. Alle Beträge gelten pro Jahr, der einmalige Bonus für unter 25-Jährige steht nicht mit drin.

Steuerfrei in der Ansparphase

Der zweite große Vorteil sind die Steuern. Während du ansparst, zahlst du auf Kursgewinne und Dividenden keinen Cent ans Finanzamt. Keine Abgeltungssteuer, kein Soli, keine Kirchensteuer und vor allem keine Vorabpauschale.

Das ist ein spürbarer Unterschied zum normalen Depot. Dort hält das Finanzamt über die Vorabpauschale jedes Jahr die Hand auf, teilweise sogar auf fiktive Gewinne. Im Altersvorsorgedepot arbeitet dein Geld dagegen ungestört weiter. Du kannst sogar beliebig oft umschichten, ohne dass dabei Steuern anfallen. Das macht dich flexibel, wenn sich die Märkte verändern.

Die Günstigerprüfung

Zusätzlich zu den Zulagen kannst du deine Beiträge samt der erhaltenen Zulagen in der Steuererklärung geltend machen. Das Finanzamt führt dann automatisch eine sogenannte Günstigerprüfung durch.

Dabei wird geschaut, was für dich besser ist, die direkten Zulagen oder die Steuerersparnis. Fällt die Steuerersparnis höher aus, bekommst du die Differenz erstattet. Das macht das Modell auch für Gutverdiener interessant, bei denen die Steuerlast der eigentliche Hebel ist. Kümmern musst du dich darum nicht, das läuft automatisch.

Die Vorteile sind auf dem Papier also überzeugend. Hohe Förderquote, renditestarke ETFs und obendrauf Steuervorteile. Wo also ist der Haken? Warum sollte überhaupt noch jemand auf ein privates ETF-Depot setzen?

Der Preis: was du dafür aufgibst

Wie so oft gibt es auch dieses staatliche Geschenk nicht umsonst. Die Antwort liegt in zwei Details, den Kosten und der Flexibilität.

Die Kosten

Die Politik hat einen Kostendeckel von 1 % pro Jahr fest vorgeschrieben. Die gute Nachricht daran ist, dass die extrem überteuerten Verträge der Vergangenheit damit erledigt sind.

Man muss aber auch sagen, dass Kosten nicht kategorisch schlecht sind. Stell es dir vor wie beim Handwerker. Du kannst dir selbst beibringen, wie man Parkett verlegt, tapeziert oder sogar ein ganzes Haus baut. Das spart viel Geld, kostet dich aber Zeit, Nerven und vermutlich wird es nicht so gut wie beim Profi. Die Alternative ist, du engagierst jemanden, der dir die Arbeit abnimmt. Dafür zahlst du eine Gebühr.

Bei der Geldanlage ist es genauso. Die Kosten sind der Preis für die schlüsselfertige Lösung, bei der du dich um fast nichts kümmern musst. Ein selbst aufgesetztes ETF-Portfolio ist dagegen die Heimwerker-Variante, für die du vor dem ersten ETF-Kauf ein paar Punkte kennen solltest. Die kostet mit 0,2 bis 0,4 % pro Jahr aber auch deutlich weniger, oft weniger als die Hälfte.

Fairerweise ist noch offen, wo sich die Kosten am Ende wirklich einpendeln. Es wird Wettbewerbsdruck geben, also mit Sicherheit auch Angebote unter dem 1-%-Deckel. Absehbar ist das derzeit noch nicht.

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Die fehlende Flexibilität

Der zweite Nachteil wiegt aus meiner Sicht schwerer. Das Geld im Altersvorsorgedepot ist komplett zweckgebunden.

Du kommst zwar vor dem 65. Lebensjahr dran, musst dann aber sämtliche Zulagen und steuerlichen Förderungen zurückzahlen. Damit verpufft der ganze Vorteil. Faktisch ist das Geld bis zur Rente blockiert.

Ein privater ETF-Sparplan oder eine ETF-Police gehören dagegen zu 100 % dir. Ändern sich deine Pläne, kannst du das Geld für einen Autokauf, eine Weltreise oder ein Eigenheim nutzen, das am Ende mehr kostet als nur den Kaufpreis. Diese Freiheit ist ein enormer Vorteil. Beim Altersvorsorgedepot bindest du dich auf Jahrzehnte an ein System.

Die Steuer in der Auszahlungsphase

Und dann ist da noch das Ende. In der Ansparphase ist alles steuerfrei, mit vollem Zinseszinseffekt. In der Auszahlungsphase musst du die Beträge aber zu 100 % mit deinem persönlichen Einkommensteuersatz versteuern.

Beim privaten ETF-Depot zahlst du auf Gewinne dagegen nur die Abgeltungssteuer von rund 26 %. Bei Aktien-ETFs kommt noch eine Teilfreistellung von 30 % dazu, die das Ganze weiter drückt. Je nach Höhe deiner Rente und deinem Steuersatz kann die private Vorsorge am Ende also sogar steuerlich günstiger sein.

Unterm Strich stehen sich damit zwei Pakete gegenüber. Auf der einen Seite die massive Anfangsförderung und die Steuerfreiheit beim Ansparen. Auf der anderen höhere Gebühren, eine starre Bindung bis zur Rente und eine potenziell ungünstigere Besteuerung am Schluss.

Der Vergleich: 37 Jahre durchgerechnet

Rechnen wir beide Szenarien konkret durch. Wir nehmen eine 30-jährige Person, die also noch 37 Jahre einzahlen kann, und eine durchschnittliche Marktrendite von 7 % vor Kosten und Steuern.

Szenario A, das Altersvorsorgedepot. Die Person zahlt 150 € im Monat ein, also 1.800 € im Jahr. Dafür bekommt sie die volle Grundzulage von 540 €. Es fließen also jedes Jahr 2.340 € ins Depot. Wir unterstellen, dass der Anbieter die maximal erlaubten 1 % Kosten verlangt. Die Nettorendite liegt damit bei 6 %. Steuern fallen in der Ansparphase keine an.

Szenario B, der private ETF-Sparplan. Dieselbe Person spart ebenfalls 150 € im Monat, bekommt aber keine Zulage. Die Kosten für Broker und ETF setzen wir mit realistischen 0,3 % an, die Nettorendite liegt also bei 6,7 %. Dafür bremst hier die laufende Vorabpauschale den Zinseszins.

Nach 37 Jahren ergibt sich ein interessantes Bild. Im privaten ETF-Sparplan stehen nach Abzug aller Kosten und Steuern rund 200.000 €. Ein solides Ergebnis. Im Altersvorsorgedepot sind es nach Kosten und Steuern rund 220.000 €. Also 20.000 € mehr.

Warum gewinnt das teurere Produkt?

Die Antwort ist die Kraft der frühen Förderung. Die 540 € pro Jahr wirken wie ein Anschub, gerade in den ersten Jahren. Dieses zusätzliche Kapital arbeitet von Anfang an mit und entfaltet über 37 Jahre einen enormen Zinseszinseffekt. Der gleicht die höheren Kosten und die spätere Steuerlast mehr als aus. Die Steuerfreiheit in der Ansparphase verstärkt das zusätzlich.

Rein mathematisch schlägt das geförderte Depot den privaten Sparplan also spürbar. Hier schenkt dir der Staat tatsächlich mal einen echten Betrag.

Die Rechnung ist damit aber nicht zu Ende. Die 200.000 € im ETF-Sparplan standen dir über die ganzen 37 Jahre jederzeit voll zur Verfügung. Die 220.000 € im Altersvorsorgedepot waren weggesperrt. Der finanzielle Vorteil ist real, du erkaufst ihn dir aber mit deiner Flexibilität.

Nach 37 Jahren, Kosten und Steuern abgezogen

  • Privater ETF-Sparplan rund 200.000 € 0,3 % Kosten, jederzeit verfügbar
  • Altersvorsorgedepot rund 220.000 € 1 % Kosten, bis 65 blockiert
Beispielrechnung für 150 € im Monat bei 7 % Marktrendite. Blau ist der Vorsprung von rund 20.000 €, den du dir mit der Bindung bis 65 erkaufst.

Für wen lohnt sich welches Modell?

Die Antwort ist wie so oft nicht schwarz oder weiß, sondern hängt an deiner Lebenssituation.

Das Altersvorsorgedepot ist eine sehr gute Wahl für:

  • Gering- und Normalverdiener, besonders mit Kindern. Hier ist die Förderquote enorm. Eine Familie, die nur 50 € im Monat übrig hat, kann ihren Eigeneinsatz durch die Zulagen mehr als verdoppeln. In dem Fall rechtfertigt die Förderung die höheren Kosten und die geringere Flexibilität deutlich.
  • Menschen, die eine klare Struktur brauchen. Wer von sich weiß, dass er bei einem frei verfügbaren Depot doch mal in Versuchung gerät, profitiert von der starren Bindung. Weggesperrtes Geld ist am Rentenbeginn eben noch da.
  • Selbstständige. Bei Riester waren sie weitgehend außen vor. Beim Altersvorsorgedepot erweitert sich der Kreis spürbar, praktisch jeder kann einzahlen. Für Selbstständige ist das eine neue und durchaus attraktive Möglichkeit, gefördert vorzusorgen.

Der klassische ETF-Sparplan bleibt die bessere Wahl für:

  • Alle mittelfristigen Ziele. Wenn du Geld für den Eigenheimkauf, ein neues Auto oder eine frühere finanzielle Freiheit aufbaust, ist die starre Bindung ein Ausschlusskriterium. Hier ist das Altersvorsorgedepot schlicht das falsche Werkzeug.
  • Experten und Selbermacher. Wer die Kompetenz, das Interesse und die Zeit hat, alles selbst zu managen und die Kosten bis ins Detail zu optimieren, wird mit den höheren Gebühren und der eingeschränkten Auswahl wenig glücklich.

Fazit: warum nicht beides?

Das Altersvorsorgedepot ist kein Allheilmittel. Aber es ist auch keine Mogelpackung. Es ist eine deutliche Verbesserung gegenüber Riester und für sehr viele Menschen eine lohnenswerte Option. Die Kombination aus ETF-Anlage und staatlicher Förderung hat ausnahmsweise mal wirklich das Potenzial, die Altersvorsorge in Deutschland nach vorne zu bringen.

Ein Ersatz für den eigenen, flexiblen Vermögensaufbau ist es aber nicht. Für die meisten dürfte deshalb die Kombination am stärksten sein. Die 1.800 € im Altersvorsorgedepot voll ausreizen, um die Förderung mitzunehmen. Und jeden weiteren Euro, den du sparen kannst, flexibel in einen ETF-Sparplan oder eine ETF-Police stecken, also in eine der Anlagen aus dem Überblick, welche Anlage zu welchem Ziel passt. So hast du das Beste aus beiden Welten.

Mein Appell zum Schluss: Warte bitte nicht bis 2027. Der entscheidende Faktor beim Vermögensaufbau ist und bleibt die Zeit, sie schlägt alles andere. Und ganz ehrlich, 150 € im Monat werden für die allermeisten nicht reichen, um die Lücke zu schließen, die sich zeigt, wenn du deine Rentenlücke einmal in drei Schritten berechnest. Leg also jetzt schon mit einem ersten Betrag los und sattel 2027 das Altersvorsorgedepot einfach obendrauf.

Wenn du wissen willst, wie du deine nötige Sparrate berechnest und wie das Ganze in deine Gesamtstrategie passt: Nimm gerne Kontakt auf, dann schauen wir es uns gemeinsam an.

Dein nächster Schritt

Aus Wissen wird dein Plan.

Du weißt jetzt, worauf es ankommt. Im kostenlosen Erstgespräch schauen wir gemeinsam auf deine Situation und du bekommst eine klare Einschätzung, was alles möglich ist und wie die Umsetzung aussehen kann.

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Häufige Fragen

Das Altersvorsorgedepot ist eine neue, staatlich geförderte Form der privaten Altersvorsorge, die ab 2027 die Riester-Rente ablösen soll. Statt in teure Vertragskonstruktionen fließt dein Geld direkt in kostengünstige ETFs oder Fonds. Die bei Riester kritisierte Pflicht zur Beitragsgarantie fällt weg, sodass du selbst entscheidest, wie viel Rendite und wie viel Sicherheit du möchtest.
Die Förderung ist gestaffelt. Auf die ersten 360 € pro Jahr legt der Staat 50 % drauf, also 180 €. Auf jeden weiteren Euro bis zur Obergrenze von 1.800 € gibt es 25 %, also nochmal 360 €. Wer die vollen 1.800 € einzahlt, das sind 150 € im Monat, bekommt die maximale Grundzulage von 540 €. Dazu kommen bis zu 300 € pro Kind und ein einmaliger Bonus von 200 € für alle unter 25.
Rein rechnerisch liegt das Altersvorsorgedepot vorn. In einer Beispielrechnung über 37 Jahre stehen dort nach Kosten und Steuern rund 220.000 € gegenüber rund 200.000 € beim privaten ETF-Sparplan. Der Grund ist die Kraft der frühen Förderung. Dafür ist das Geld bis zur Rente blockiert, während dir der ETF-Sparplan jederzeit voll zur Verfügung steht. Für mittelfristige Ziele wie eine Immobilie ist der Sparplan deshalb die bessere Wahl.
Grundsätzlich ja, aber es lohnt sich in aller Regel nicht. Wenn du vor dem 65. Lebensjahr an das Kapital willst, musst du sämtliche Zulagen und steuerlichen Vorteile zurückzahlen. Damit verpufft der komplette Fördervorteil. Faktisch ist das Geld also bis zur Rente gebunden.
In der Ansparphase gar nicht. Es fallen weder Abgeltungssteuer noch Soli noch die Vorabpauschale an, und du kannst innerhalb des Depots steuerfrei umschichten. Dafür wird die Auszahlung in der Rentenphase voll mit deinem persönlichen Einkommensteuersatz belastet. Beim privaten ETF-Depot zahlst du dagegen nur rund 26 % Abgeltungssteuer, bei Aktien-ETFs zusätzlich gemindert durch die Teilfreistellung von 30 %.
Ja, das ist möglich, aber keine Pflicht. In den meisten Fällen wird sich ein solcher Wechsel aller Voraussicht nach lohnen. Prüfe vorher aber genau, welche Kosten für dich mit dem Wechsel einhergehen.
Für viele ja. Selbstständige fielen bei Riester weitgehend durchs Raster, beim Altersvorsorgedepot wird der Kreis der Förderberechtigten deutlich ausgeweitet. Gerade wer nicht in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert ist, bekommt damit erstmals eine geförderte Möglichkeit, planvoll Altersrückstellungen aufzubauen.
Alexander Molkenthin, Finanzberater bei Investiquo
Geschrieben von
Alexander Molkenthin

Gründer von Investiquo und unabhängiger Finanzberater. Er hilft beruflich etablierten Menschen, ihre Finanzen zu ordnen und einen klaren Plan für ihre Ziele zu bekommen. Einfach und nachvollziehbar.

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